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Ster, Raummeter oder Schüttraummeter? – Wo liegt der Unterschied?
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Ster, Raummeter oder Schüttraummeter? – Wo liegt der Unterschied?

R
R. Bausch
21. September 2026 8 Min. Lesezeit

Wer Brennholz bestellt, begegnet schnell drei Begriffen: Ster, Raummeter und Schüttraummeter. Alle drei beschreiben eine Holzmenge über das Volumen. Trotzdem bekommt ein Kunde bei einem Schüttraummeter nicht dieselbe Menge Holz wie bei einem Ster.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Holz selbst, sondern in der Luft zwischen den Scheiten. Wird Brennholz ordentlich gestapelt, liegen die Scheite vergleichsweise dicht beieinander. Wird dieselbe Menge lose ausgeschüttet, entstehen größere Zwischenräume – und das Holz benötigt mehr Raum. Für Verbraucher ist dieser Unterschied besonders wichtig, wenn Preise verschiedener Anbieter miteinander verglichen werden. Denn ein Preis von beispielsweise 150 Euro je Schüttraummeter kann nicht direkt einem Preis von 200 Euro je Ster gegenübergestellt werden. Doch warum existieren überhaupt verschiedene Maße? Und wie lassen sie sich in der Praxis unterscheiden?

Ster und Raummeter: Das traditionelle Maß für gestapeltes Brennholz

Brennholz wird seit Jahrhunderten über sein Volumen gehandelt. Das hat einen praktischen Hintergrund: Holz eignet sich nur eingeschränkt für eine Abrechnung nach Gewicht. Frisch geschlagenes Holz enthält deutlich mehr Wasser als trockenes Brennholz. Zwei äußerlich vergleichbare Holzmengen können deshalb unterschiedlich schwer sein. Ein Holzstapel lässt sich dagegen relativ einfach vermessen.

Genau daraus entwickelte sich das Prinzip des Raummeters.

Ein Raummeter – abgekürzt Rm – bezeichnet einen Kubikmeter geschichtetes Holz einschließlich der zwischen den einzelnen Holzstücken vorhandenen Hohlräume. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) definiert den Raummeter entsprechend als einen Würfel mit einer Seitenlänge von einem Meter, der mit parallel geschichtetem Holz gefüllt ist.

Ein klassischer Raummeter lässt sich also zunächst sehr einfach darstellen:

1,00 m × 1,00 m × 1,00 m = 1,00 m³ = 1 Raummeter

Und was ist nun ein Ster?

Im Brennholzhandel werden Ster und Raummeter grundsätzlich synonym verwendet. Auch die LWF führt die Einheit entsprechend als „Raummeter (Rm) oder Ster“. Der Begriff Ster besitzt dabei eine lange Tradition und hat sich insbesondere im süddeutschen Sprachraum bis heute gehalten. Deshalb sprechen viele Ofenbesitzer nicht davon, dass sie beispielsweise fünf Raummeter benötigen, sondern bestellen schlicht „fünf Ster Holz“.

Für den Käufer bedeutet das:

1 Ster = 1 Raummeter = 1 m³ geschichtetes Holz einschließlich der Hohlräume.

Davon zu unterscheiden ist übrigens der Festmeter (Fm). Er bezeichnet einen Kubikmeter reine Holzmasse ohne Luftzwischenräume. Für den klassischen Verkauf von ofenfertigem Brennholz an private Haushalte spielt diese Einheit jedoch eine wesentlich geringere Rolle.

„Der Ster gehört bei Brennholz gerade in Süddeutschland einfach dazu. Viele Kunden wissen ziemlich genau, wie viele Ster sie über einen Winter benötigen.“

— Roland Bausch, Geschäftsführer Wood Cargo Holzlogistik UG

Wood Cargo - Brennholz auf Palette

Unsere Wood-Cargo-Palette als praktisches Beispiel

Wie ein Ster in der Praxis aussehen kann, lässt sich an einer Brennholzpalette von Wood Cargo besonders anschaulich erklären.

Das Buchenbrennholz wird auf einer Palette sauber aufgeschichtet. Der Holzstapel hat ungefähr folgende Abmessungen:

1,20 m Länge × 0,80 m Breite × 1,10 m Stapelhöhe

Die Berechnung des Raumvolumens ist einfach:

1,20 m × 0,80 m × 1,10 m = 1,056 m³

Damit besitzt der Holzstapel auf der Palette rechnerisch ein Volumen von rund 1,06 Raummetern. Da Ster und Raummeter bei geschichtetem Brennholz dieselbe Einheit beschreiben, entspricht das zugleich:

ca. 1,06 Rm = ca. 1,06 Ster

Wood Cargo bietet diese Palette deshalb als 1 Ster gestapeltes Brennholz an. Durch die Abmessungen liegt das rechnerische Stapelvolumen sogar geringfügig oberhalb eines Kubikmeters. Wichtig ist allerdings: Bei dieser Rechnung geht es um das Stapelvolumen. Die Luft zwischen den einzelnen Buchenscheiten gehört zum Raummeter beziehungsweise Ster ausdrücklich dazu. Genau an diesem Punkt kommt die dritte Maßeinheit ins Spiel.

Schüttraummeter: Wenn Brennholz nicht gestapelt, sondern geschüttet wird

Ein Schüttraummeter, abgekürzt Srm beziehungsweise häufig SRM, beschreibt ebenfalls einen Raum von einem Kubikmeter. Der Unterschied besteht darin, dass das Holz darin nicht ordentlich gestapelt wird. Die Scheite werden lose in einen Behälter oder auf eine Ladefläche geschüttet. Dadurch liegen sie kreuz und quer übereinander. Zwischen den einzelnen Scheiten entstehen größere Hohlräume. Die LWF definiert einen Schüttraummeter entsprechend als einen Kubikmeter lose geschüttetes Holz einschließlich der Hohlräume. Die Einheit wird insbesondere bei kurzen Scheiten von beispielsweise 25 oder 33 Zentimetern verwendet, die lose ausgeliefert werden. Das lässt sich sehr einfach vorstellen.

Nimmt man einen Behälter mit genau einem Kubikmeter Fassungsvermögen und schüttet 33 Zentimeter lange Buchenscheite hinein, erhält man:

1 m³ Behälter = 1 SRM

Stapelt man die darin enthaltenen Scheite anschließend ordentlich auf, benötigt das Holz jedoch weniger Platz.

Deshalb gilt:

1 SRM ≠ 1 Ster.

Genau dieser Punkt wird beim Vergleich von Brennholzangeboten häufig übersehen.

Warum aus mehr Schüttraum weniger Stapelraum wird

Für Wood Cargo ist das nicht nur Theorie, sondern Bestandteil der praktischen Mengenplanung. Für eine Palette mit 1 Ster fertig gestapeltem Brennholz wird in der betrieblichen Kalkulation mit ungefähr 1,35 SRM losem Scheitholz gerechnet.

Vereinfacht bedeutet das:

ca. 1,35 SRM lose → ca. 1 Ster gestapelt

Oder aus der anderen Richtung betrachtet:

1 SRM lose → ca. 0,74 Ster gestapelt

Die Holzmenge verschwindet beim Stapeln natürlich nicht. Vielmehr werden die großen Zwischenräume reduziert. Die Scheite liegen nach dem Stapeln dichter nebeneinander und benötigen deshalb weniger Gesamtvolumen. Bei diesen Umrechnungen muss allerdings zwischen einem betrieblichen Praxiswert und einem allgemeingültigen Umrechnungsfaktor unterschieden werden. Die LWF weist ausdrücklich darauf hin, dass Umrechnungszahlen für Brennholz nur Näherungswerte sein können. Form, Länge und Durchmesser der Scheite, Holzart sowie die Art des Schüttens und Stapelns beeinflussen das Ergebnis. Für 33-cm-Scheite nennt die LWF beispielsweise Orientierungswerte von rund 1,4 SRM Buche beziehungsweise 1,6 SRM Fichte je 1,0 Rm entsprechend geschichteter 33-cm-Scheite. Untersuchungen des Technologie- und Förderzentrums zeigen ebenfalls, dass sich Buche und Fichte beim Schütten unterschiedlich verhalten können.

Die 1,35 SRM je Ster sind daher der bei Wood Cargo verwendete praktische Kalkulationswert und sollten nicht als universelle Umrechnungsformel für jedes Brennholz verstanden werden.

Wood Cargo - Brennholzpreise vergleichen mit Roland Bausch

Eine Wood-Cargo-Palette in Ster, RM und SRM gerechnet

Damit wird es interessant: Dieselbe Wood-Cargo-Palette können wir nun in allen drei Einheiten betrachten.

Der Holzstapel misst: 1,20 × 0,80 × 1,10 Meter

Daraus ergeben sich zunächst:

1,056 m³ Stapelvolumen = ca. 1,06 RM = ca. 1,06 Ster

Wenden wir darauf den Wood-Cargo-Praxiswert von 1 Ster ≈ 1,35 SRM an, ergibt sich für das rechnerische Gesamtvolumen:

1,056 × 1,35 = 1,4256 SRM

Gerundet entspricht das:

Betrachtung der Wood-Cargo-Palette Menge
Stapelvolumen 1,056 m³
Raummeter ca. 1,06 RM
Ster ca. 1,06 Ster
entsprechendes loses Volumen* ca. 1,43 SRM

*Auf Basis des betrieblichen Wood-Cargo-Praxiswerts von 1 Ster ≈ 1,35 SRM.

Für die als 1-Ster-Palette verkaufte Menge lässt sich die Sache noch einfacher kommunizieren:

1 Ster = 1 RM ≈ 1,35 SRM lose

Das ist vermutlich die anschaulichste Erklärung für einen Kunden. Er erhält auf der Palette einen Ster sauber gestapeltes Brennholz. Würde man die entsprechende Holzmenge wieder lose ausschütten, würde sie nach dem von Wood Cargo verwendeten Praxiswert ungefähr 1,35 Schüttraummeter beanspruchen. Dass der tatsächlich aufgebaute Stapel rechnerisch etwa 1,056 m³ umfasst, sorgt bei der Palette zusätzlich für etwas Spielraum.

„Bei unserer Palette sieht man den Unterschied sehr schön: Wir liefern einen Ster sauber gestapelt. Lose benötigt die entsprechende Menge bei unserer Kalkulation ungefähr 1,35 Schüttraummeter. Genau deshalb darf man die Preise für Ster und SRM nicht eins zu eins vergleichen.“
— Roland Bausch, Geschäftsführer Wood Cargo Holzlogistik UG

Warum Scheitlänge und Holzart die Umrechnung beeinflussen

Warum lässt sich nicht einfach für ganz Deutschland festlegen, dass ein Ster immer exakt 1,35 SRM entspricht? Weil Brennholz ein Naturprodukt ist. Bereits die Scheitlänge verändert die Packungsdichte. Kurze Scheite können sich anders stapeln als ein Meter lange Holzstücke. Hinzu kommen unterschiedliche Durchmesser und Formen. Auch die Holzart kann eine Rolle spielen. Das TFZ hat bei Untersuchungen beispielsweise Unterschiede zwischen Buchen- und Fichtenscheiten festgestellt. Für dieselbe Ausgangsholzmenge ergeben sich abhängig von Aufbereitung und Lagerform unterschiedliche Raumvolumina. Das führt zu einem zunächst überraschenden Effekt: Wird ein Raummeter langer Scheite auf 33 Zentimeter gekürzt und anschließend neu gestapelt, muss der neue Stapel nicht wieder exakt einen Raummeter groß sein.

Das TFZ nennt beispielsweise für Buche einen Wert von rund 0,81 Rm gestapelten 33-cm-Scheiten aus 1 Rm gestapelten Meterscheiten. Das Holz ist natürlich nicht verschwunden. Die kürzeren Stücke können lediglich dichter gestapelt werden. Auch deshalb sollte bei einem Brennholzangebot möglichst klar angegeben werden, welches Sortiment und welche Maßeinheit angeboten werden.

Warum der Preis pro „Kubikmeter Holz“ wenig aussagt

Damit kommen wir zum wichtigsten Punkt für Verbraucher. Angenommen, zwei Händler bieten Buchenbrennholz an.

Händler A schreibt:

„Buchenholz: 170 € pro Kubikmeter“

Händler B schreibt:

„Buchenholz: 205 € pro Ster“

Welcher Händler ist günstiger? Die Antwort lautet: Mit diesen Angaben lässt sich das nicht beurteilen. Beim ersten Angebot müsste zunächst geklärt werden, was mit „Kubikmeter“ gemeint ist. Handelt es sich um einen Raummeter? Einen Schüttraummeter? Oder möglicherweise sogar um einen Festmeter? Erst wenn dieselben Einheiten miteinander verglichen werden, ergibt der Preisvergleich Sinn. Genau deshalb unterscheiden Fachstellen ausdrücklich zwischen Festmeter, Raummeter beziehungsweise Ster und Schüttraummeter. Die LWF empfiehlt zudem eine klare Absprache darüber, welche Menge tatsächlich abgerechnet wird.

Für den Brennholzkäufer lohnt es sich daher, auf vier Angaben zu achten: Maßeinheit, Holzart, Scheitlänge und Feuchtigkeit beziehungsweise Trocknungszustand.

Und genau deshalb sollte man beim Brennholzkauf niemals nur den Preis betrachten, sondern immer zuerst fragen: Ster, Raummeter oder Schüttraummeter?

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