Brennholz aus dem Ausland: Welche Risiken bei Importholz häufig übersehen werden
Brennholz wird längst nicht mehr ausschließlich dort gekauft, wo es später auch verbrannt wird. Scheitholz wird innerhalb Europas über große Entfernungen transportiert, verarbeitet, getrocknet, verpackt und anschließend über Händler bis zum Endkunden weiterverkauft.
Für Verbraucher kann importiertes Brennholz auf den ersten Blick attraktiv sein. Große Mengen stehen zur Verfügung, die Ware ist bereits gespalten und teilweise besonders günstig angeboten. Doch der Preis eines Ster oder Schüttraummeters erzählt nur einen Teil der Geschichte.
Wo wurde das Holz eingeschlagen? Wie nachvollziehbar ist seine Herkunft? Wie viele Unternehmen waren an der Lieferkette beteiligt? Wie wurde es getrocknet? Welche Menge befindet sich tatsächlich in der Verpackung? Und welchen Weg hat das Holz bereits zurückgelegt, bevor es beim Kunden ankommt?
Importiertes Brennholz ist dabei nicht grundsätzlich schlecht. Auch im Ausland gibt es verantwortungsvoll arbeitende Forstbetriebe, moderne Holzproduzenten und nachvollziehbare Lieferketten. Je länger und komplexer eine Lieferkette allerdings wird, desto wichtiger werden Kontrollen und Rückverfolgbarkeit. Genau deshalb lohnt sich beim Brennholzkauf ein Blick hinter den Preis.
Risiko 1: Die Herkunft des Holzes wird schwieriger nachvollziehbar
Eine kurze Lieferkette lässt sich vergleichsweise einfach verstehen. Der Wald ist bekannt, ein Produzent bereitet das Holz auf, anschließend gelangt es über ein Lager oder direkt zum Händler und schließlich zum Kunden. Bei internationalen Lieferketten können dagegen zusätzliche Stationen hinzukommen:
Forstbetrieb → Holzhandel → Produzent → Trocknung → Exporteur → Importeur → Großhandel → Brennholzhändler → Kunde.
Eine lange Lieferkette bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Sie erhöht aber die Anforderungen an Dokumentation und Rückverfolgbarkeit. Das ist besonders relevant, weil illegaler Holzeinschlag international weiterhin ein reales Problem darstellt. Die Europäische Kommission weist darauf hin, dass illegaler Holzeinschlag unter anderem mit Waldverlust, Biodiversitätsverlust sowie wirtschaftlichen und sozialen Schäden verbunden sein kann. Die europäischen Regelungen sollen deshalb verhindern, dass illegal eingeschlagenes Holz auf den europäischen Markt gelangt. Environment
Für Verbraucher ist diese Kontrolle häufig kaum selbst möglich. Einem fertigen Buchenscheit sieht man schließlich nicht an, ob der Baum 30 Kilometer oder 1.500 Kilometer entfernt stand.
„Für uns beginnt die Qualität von Brennholz nicht erst beim Trocknen. Wir möchten auch nachvollziehen können, wo das Holz ursprünglich herkommt.“
— Roland Bausch, Geschäftsführer Wood Cargo Holzlogistik UG
Risiko 2: Bezahlt – aber das Brennholz wird nie geliefert
Neben Fragen zur Herkunft und Qualität begegnet uns bei Wood Cargo noch ein ganz anderes Problem. Wir erhalten immer wieder Anrufe von Menschen, die Brennholz bei anderen Anbietern bestellt und bereits bezahlt haben – auf die vereinbarte Lieferung jedoch vergeblich warten. Für die Betroffenen ist die Situation besonders ärgerlich. Häufig geht es nicht um kleine Beträge. Mehrere Ster Brennholz für den Winter können schnell einen erheblichen Bestellwert erreichen. Wurde vollständig per Vorkasse bezahlt und reagiert der vermeintliche Verkäufer anschließend nicht mehr, steht der Kunde im schlimmsten Fall ohne Holz und ohne sein Geld da. Dabei muss zwischen einem echten Händler, bei dem es beispielsweise zu Lieferproblemen kommt, und einem betrügerischen Angebot unterschieden werden. Allein aus einer verspäteten Lieferung lässt sich noch kein Betrug ableiten. Gleichzeitig warnen Verbraucherzentralen regelmäßig vor Fake-Shops, bei denen Waren besonders günstig angeboten, Zahlungen vereinnahmt und die bestellten Produkte anschließend nicht geliefert werden.
Gerade bei Brennholz können solche Angebote attraktiv wirken: Ein außergewöhnlich niedriger Preis, angeblich sofort verfügbare Ware und eine schnelle Lieferung treffen auf Kunden, die vor oder während der Heizsaison dringend Holz benötigen.
„Wir bekommen immer wieder Anrufe von Menschen, die ihr Brennholz bereits bezahlt haben und anschließend keine Ware erhalten haben. Gerade bei auffällig günstigen Angeboten sollte man deshalb nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch darauf, bei wem man eigentlich bestellt.“
— Roland Bausch, Geschäftsführer Wood Cargo Holzlogistik UG
Vorsicht bei extrem günstigen Brennholzangeboten
Ein günstiger Preis allein ist selbstverständlich kein Beweis für ein unseriöses Angebot. Mehrere Auffälligkeiten zusammen sollten Verbraucher aber dazu bewegen, genauer hinzusehen. Dazu gehören beispielsweise ein Preis, der deutlich unter vergleichbaren Angeboten liegt, ausschließlich verlangte Vorkasse, fehlende oder widersprüchliche Unternehmensangaben, kein nachvollziehbares Impressum, eine kaum erreichbare Telefonnummer oder eine Website, die erst seit kurzer Zeit existiert. Auch Bilder von professionell gestapeltem Brennholz, Lkw oder großen Lagerbeständen sind für sich genommen kein Nachweis dafür, dass diese Ware tatsächlich vorhanden ist.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei unbekannten Online-Shops unter anderem, das Impressum und die angebotenen Zahlungsarten zu prüfen und bei Zweifeln einen Fakeshop-Check durchzuführen. Besonders kritisch kann es sein, wenn zunächst mehrere Zahlungsarten angezeigt werden, beim eigentlichen Kauf aber plötzlich nur noch Vorkasse möglich ist.
Bei Brennholz zählt deshalb auch: Wer steht hinter dem Angebot?
Wer mehrere Ster für mehrere hundert oder sogar tausend Euro bestellt, sollte sich vor der Zahlung einige Minuten Zeit nehmen. Ist ein vollständiges Unternehmen angegeben? Gibt es eine ladungsfähige Anschrift? Ist der Anbieter telefonisch erreichbar? Stimmen Firmenname und Bankverbindung plausibel zusammen? Gibt es nachvollziehbare Informationen über Lieferung, Holzmenge und Herkunft? Bei einem Unternehmen sollte außerdem geprüft werden, ob die angegebenen Unternehmensdaten tatsächlich existieren. Ein professionell aussehender Onlineshop allein reicht dafür nicht aus.
Das ist gerade bei vermeintlichen Importangeboten relevant. Ein Angebot kann beispielsweise mit „direkt aus dem Werk“, „direkt aus dem Forst“ oder besonders günstigen Preisen aufgrund einer ausländischen Produktion werben. Solche Aussagen sind zunächst nur Werbeaussagen. Entscheidend ist, ob sich Anbieter, Ware und Lieferkette tatsächlich nachvollziehen lassen.

Risiko 3: Ein niedriger Holzpreis kann lange Transportwege verdecken
Brennholz besitzt im Verhältnis zu seinem Warenwert ein erhebliches Gewicht und Volumen. Das unterscheidet es beispielsweise von hochwertigen Industrieprodukten, bei denen die Transportkosten nur einen kleinen Teil des Warenwertes ausmachen können. Bei Brennholz muss dagegen viel Masse bewegt werden. Deshalb sollte bei vermeintlich besonders günstigem Importholz nicht ausschließlich der Einkaufspreis betrachtet werden. Zur vollständigen Lieferkette können schließlich Transporte vom Wald zum Verarbeiter, zur Trocknung, zum Exportlager, nach Deutschland und anschließend noch zum Endkunden gehören. Das bedeutet nicht, dass ein ausländischer Transport automatisch ineffizient ist. Ein vollständig ausgelasteter Lkw kann beispielsweise sinnvoller sein als zahlreiche schlecht ausgelastete regionale Einzelfahrten.
Entscheidend ist deshalb die gesamte Logistikkette. Genau hier verfolgt Wood Cargo einen anderen Ansatz: Wo es möglich ist, möchten wir Holzquellen, Lager und Absatzregionen sinnvoll miteinander verbinden und anschließend mehrere Kunden über geplante Touren beliefern. Im Allgäu bedeutet das beispielsweise, dass wir auch Holz aus der Region beziehen und die regionale Auslieferung von Pfaffenhausen organisieren. Wood Cargo ist gleichzeitig im Schwarzwald beheimatet und baut seine Beschaffungs- und Lieferstrukturen so auf, dass Holz nicht unnötig zwischen weit entfernten Punkten bewegt werden muss.
Risiko 4: Illegaler Holzeinschlag ist ein Grund für strengere europäische Regeln
Dass die Herkunft von Holz politisch und wirtschaftlich eine große Rolle spielt, zeigt die Entwicklung der europäischen Regulierung. Die EU hat ihre Regeln gegen illegalen Holzeinschlag über Jahre weiterentwickelt. Mit der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sollen unter anderem Holz und bestimmte Holzerzeugnisse, die auf dem europäischen Markt bereitgestellt werden, Anforderungen hinsichtlich Entwaldungsfreiheit und der Einhaltung der einschlägigen Gesetze des Erzeugerlandes erfüllen. Environment
Nach den aktuellen Übergangsfristen beginnt die Anwendung wesentlicher EUDR-Pflichten für große und mittlere Unternehmen am 30. Dezember 2026. Für die meisten Kleinst- und Kleinunternehmen gilt der 30. Juni 2027; für bestimmte kleine Unternehmen, die bereits unter die bisherige EU-Holzhandelsregelung fallen, gilt ebenfalls der 30. Dezember 2026. Environment
Für Verbraucher steckt dahinter eine wichtige Botschaft:
Die Herkunft eines Holzproduktes ist keine Nebensache.
Die EU-Kommission beschreibt als Ziel der EUDR, dass relevante Produkte nicht zur Entwaldung oder Waldschädigung beitragen und entsprechend den einschlägigen Vorschriften des Produktionslandes erzeugt wurden. Holz gehört ausdrücklich zu den erfassten Rohstoffen. Environment
Damit steigen auch die Anforderungen an nachvollziehbare Lieferketten.
Risiko 5: Mit Brennholz können auch Schädlinge transportiert werden
Ein weiterer Punkt wird beim Brennholzkauf wesentlich seltener diskutiert: Pflanzengesundheit. Holz kann Organismen beherbergen, die von außen nicht unbedingt sofort erkennbar sind. Gerade unbehandeltes Holz kann deshalb ein Transportweg für Forstschädlinge sein. Die Europäische und Mediterrane Pflanzenschutzorganisation EPPO behandelt den Transport von Brennholz ausdrücklich als möglichen Verbreitungsweg von Waldschädlingen. pra.eppo.int
Entscheidend ist dabei nicht einfach, dass auf einem Produkt „Brennholz“ steht. Eine EPPO-Untersuchung zu Holzprodukten kommt vielmehr zu dem Ergebnis, dass insbesondere Herkunftsgebiet, dort vorkommende Schädlinge und die vorherige Behandlung des Holzes für die Risikobewertung wichtig sind. Risiken können während Transport und Lagerung bestehen. pra.eppo.int
Das bedeutet wiederum nicht, dass jeder ausländische Holztransport gefährlich wäre. Es zeigt aber, warum die Herkunft und Behandlung von Holz relevant sind. Ein getrockneter und kontrollierter Brennstoff ist etwas anderes als unbekanntes unbehandeltes Holz aus einer nicht nachvollziehbaren Quelle.
Risiko 6: „Trocken“ ist ohne Messung nur eine Behauptung
Auch beim Trocknungszustand lohnt sich ein genauer Blick. Ein Holzscheit kann außen trocken erscheinen und im Inneren trotzdem noch deutlich mehr Feuchtigkeit enthalten. Deshalb sollte die Qualität nicht ausschließlich danach beurteilt werden, wie lange ein Händler behauptet, das Holz gelagert zu haben. Entscheidend ist der tatsächlich erreichte Feuchtewert.
Bei Wood Cargo nutzen wir für einen Teil unserer Trocknung Abwärme aus Biogas. Während des Trocknungsprozesses kontrollieren wir die Feuchtigkeit regelmäßig. Das Holz wird erst aus der Trocknung genommen, wenn der von uns angestrebte geeignete Bereich erreicht ist. Für uns gilt deshalb:
Aufbereiten → Trocknen → Messen → Fertig.
Gerade bei Ware aus langen Lieferketten sollte ein Käufer deshalb darauf achten, welche Angaben der Anbieter tatsächlich zur Trocknung und zum Feuchtegehalt macht. „Ofenfertig“ sollte nicht einfach als Werbewort verstanden werden.
„Nicht die Zahl der Tage entscheidet darüber, ob unser Holz fertig ist. Entscheidend ist für uns der gemessene Feuchtewert.“
— Roland Bausch, Geschäftsführer Wood Cargo Holzlogistik UG
Risiko 7: Unterschiedliche Mengeneinheiten erschweren den Preisvergleich
Bei importiertem wie bei regionalem Brennholz gibt es noch ein weiteres Problem: Preise werden nicht immer für dieselbe Einheit angegeben. Ein Händler verkauft nach Schüttraummeter, ein anderer nach Raummeter beziehungsweise Ster, der nächste nach Palette oder Gewicht. Dadurch können zwei Preise auf den ersten Blick vergleichbar wirken, obwohl unterschiedliche Holzmengen dahinterstehen. Wood Cargo verwendet deshalb den Ster als Verkaufseinheit.
Bei loser Ware kalkulieren wir für einen Ster mit ungefähr 1,35 Schüttraummetern (SRM). Auch bei unserer Palettenware entspricht die Verkaufseinheit einem Ster; für diese Holzmenge kalkulieren wir ebenfalls mit rund 1,35 SRM loser Ausgangsmenge. Das macht den Vergleich transparenter. Denn ein günstiger Preis pro Palette sagt wenig aus, solange nicht klar ist, welche Holzmenge tatsächlich auf dieser Palette liegt.
Unsere aktuellen Brennholzpreise
Buche, 25 oder 33 cm – lose
187,25 € brutto je Ster
entspricht rechnerisch 138,70 € brutto je SRM
Fichte, 25 oder 33 cm – lose
171,20 € brutto je Ster
entspricht rechnerisch 126,81 € brutto je SRM
Buche, 25 oder 33 cm – auf Palette
219,35 € brutto je Palette mit 1 Ster
entspricht rechnerisch 162,48 € brutto je SRM
Fichte, 25 oder 33 cm – auf Palette
203,30 € brutto je Palette mit 1 Ster
entspricht rechnerisch 150,59 € brutto je SRM
Alle Preise enthalten 7 % MwSt. Lieferkosten sind nicht enthalten und richten sich nach Lieferadresse, Bestellmenge und Tourenplanung.
Der Preis je SRM ist ein rechnerischer Vergleichspreis. Wood Cargo verkauft jeweils die Holzmenge eines Ster. Für unsere Mengenkalkulation entspricht 1 Ster ungefähr 1,35 SRM lose geschüttetem Brennholz.
Ausländisches Brennholz ist nicht automatisch schlechtes Brennholz
Das ist für uns der entscheidende Punkt. Es wäre unseriös zu behaupten, Brennholz sei allein deshalb schlecht, weil es aus Polen, Rumänien, Tschechien oder einem anderen Land stammt. Ein professioneller Produzent im Ausland kann hervorragendes, legales und sauber dokumentiertes Brennholz herstellen. Ebenso kann eine regionale Lieferkette schlecht dokumentiert oder qualitativ mangelhaft sein. Die Landesgrenze entscheidet nicht über die Qualität. Entscheidend sind vielmehr Herkunft, Legalität, Aufbereitung, Trocknung, tatsächliche Menge und Logistik. Genau deshalb bevorzugen wir nachvollziehbare Strukturen. Je besser wir wissen, woher unser Holz kommt, wie es verarbeitet wurde und welchen Weg es genommen hat, desto besser können wir unseren Kunden erklären, was sie tatsächlich kaufen.
Worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten
Vor einer Bestellung lohnt es sich deshalb, einem Brennholzhändler einige einfache Fragen zu stellen:
Woher stammt das Holz?
Kann der Händler die Herkunft nachvollziehbar erklären?
Welche Holzart wird geliefert?
Buche und Fichte unterscheiden sich beispielsweise deutlich in Dichte und Brennverhalten.
Wie trocken ist das Holz?
Gibt es eine tatsächliche Feuchtekontrolle oder lediglich eine Angabe zur Lagerdauer?
Welche Mengeneinheit wird verkauft?
Handelt es sich um SRM, Ster beziehungsweise Raummeter, Festmeter oder lediglich um eine Palette unbekannter Größe?
Welche Lieferkosten kommen hinzu?
Erst Holzpreis und Transport zusammen ergeben den tatsächlichen Endpreis.
Wer diese Fragen beantworten kann, muss importiertes Brennholz nicht grundsätzlich meiden. Wer sie nicht beantworten kann, sollte genauer hinsehen.
Unser Ansatz: Herkunft verstehen statt nur den günstigsten Einkauf suchen
Wood Cargo möchte Brennholz nicht auf einen möglichst niedrigen Einkaufspreis reduzieren. Wir kommen aus der Holzlogistik. Deshalb betrachten wir den gesamten Weg des Produktes: von der Beschaffung über Aufbereitung und Trocknung bis zur Lagerung und schließlich zur Lieferung beim Kunden. Wo regionale Beschaffung sinnvoll möglich ist, möchten wir sie nutzen. Gleichzeitig zählt für uns bei jeder Lieferkette vor allem, dass sie nachvollziehbar und wirtschaftlich sinnvoll aufgebaut ist. Denn am Ende soll der Kunde nicht einfach irgendeinen Holzhaufen erhalten.
Er soll wissen:
Welche Menge er gekauft hat, welche Holzart geliefert wurde, wie das Holz aufbereitet wurde und woher es stammt.
Genau darin liegt für uns der Unterschied zwischen einem anonymen Brennstoff und einem nachvollziehbaren Naturprodukt.